Einleitung

Diese Auswertung wurde mit der aktuellen Version von Claude erstellt – bei einem Zeitaufwand von ca. zehn Minuten und KI-Kosten von rund 50 Cent.

Die KI durfte leider noch nicht auf der Hauptversammlung zuhören – Tonbandaufnahmen waren nicht gestattet. Daher hier einige persönliche Stichworte vom Autor.

Hauptversammlung · 19. Mai 2026

Ich traf ein professionelles, entspanntes und lockeres Team sowie fünf Mitaktionäre. Der Alleinvorstand – eine Ein-Mann-Gesellschaft – präsentierte überzeugend und gab tiefe Einblicke. Ein Aufsichtsrat kam mit dem Fahrrad, ein anderer hatte seine „Hauptversammlungsschuhe" an – vielleicht seine besten.

Aktuelle Fakten · Stand Mai 2026

Liquidität: Zum Stichtag Mai 2026 hält SPARTA Invest rund 42 Mio. € Cash, überwiegend in Geldmarktfonds angelegt – größtenteils aus dem teilweisen Verkauf der Skeena-Position erlöst.

Skeena Resources: Die Position wurde um rund 10 % reduziert und wird weiter abgebaut – sie hatte zeitweise einen Portfolioanteil von 50 %. Das Unternehmen wird vom Management weiterhin sehr positiv eingeschätzt. Der Tagebau beginnt voraussichtlich in Q2/2027. Gutachten prognostizieren Gestehungskosten von lediglich 538 USD je Unze – ein außergewöhnlich niedriger Wert, der nur durch den erheblichen Beifang an Silber und anderen Metallen erreichbar ist, die als Gutschriften gegengerechnet werden. Erwartet werden 5,5 Gramm Gold pro Tonne Erz.

Wiluna Mining: Diese Position war bereits nahezu vollständig abgeschrieben. Im Jahr 2025 wurde das Unternehmen jedoch durch ein Insolvenzverfahren gerettet; die Wiederaufnahme des Börsenhandels ist für Q3/2026 geplant. SPARTA bewertet die Position aktuell mit 0,31 USD je Aktie, doch unter Investoren werden bereits Preise von bis zu 0,75 USD gehandelt. Erwartet werden 5,8 Gramm Gold pro Tonne – etwas mehr als bei Skeena.

Kurioses am Rande: Für einen Privatanleger mag es überraschend klingen – die Gesellschaft zahlte im Berichtsjahr 41.000 € Depotgebühren.

4basebio als Hoffnungswert: Das Unternehmen verfügt nach Einschätzung des Vorstands über ein richtungsweisendes, patentiertes Verfahren zur Herstellung synthetischer DNA. Der US-amerikanische Biofonds Biofond hat bereits Aktien erworben. Obwohl der Kurs stark zurückgekommen ist, könnte eine Entdeckung durch Big Pharma zu einer Vervielfachung führen. Auch als eigenständige Aktienanlage einen näheren Blick wert.

SPARTA Invest AG · Geschäftsbericht 2025
Analyse · Mai 2026

Ein Rohstoff-
Portfolio findet
seine Form.

Das erste volle Geschäftsjahr nach Abspaltung von der ehemaligen Mutter SPARTA endet mit einem Reinvermögensanstieg von 49,4 % – getragen vom Boom bei Gold und Silber sowie zwei Volltreffern im Portfolio. Gleichzeitig: HGB-Verlust, Schlüsselpersonen­abhängigkeit und ein Kurs-NAV-Abschlag von rund 45 %.

Reinvermögen 31.12.2025
194,0 Mio €
+64,1 Mio € ggü. Vj.
NAV je Aktie
40,25 €
Vj. 26,93 €
Reinvermögens-Rendite
+49,4 %
Vj. +0,6 %
HGB-Jahresfehlbetrag
−6,2 Mio €
Vj. −7,7 Mio €

Wirtschaftliches Ergebnis und HGB-Realität laufen 2025 weit auseinander.

Während das wirtschaftliche Reinvermögen um 64 Mio € zulegt, weist die Gesellschaft nach HGB einen Jahresfehlbetrag aus. Ursache ist das strenge Niederstwertprinzip: stille Reserven aus Kursanstiegen bleiben unsichtbar, Abschreibungen schlagen voll durch.

Bilanzsumme
115,2
Mio € · −5,1 % vs. 121,4
Stille Reserven
~71,8
Mio € · nicht HGB-sichtbar
Liquidität gesamt
20,0
Mio € · ~10 % NAV
Anzahl Beteiligungen
32
5 = ~60 % NAV
Reinvermögen vs. HGB-Eigenkapital
In Mio. EUR · 31.12.2024 vs. 31.12.2025
HGB-Ergebnis-Bestandteile
In TEUR · 2024 vs. 2025
Lesehinweis

Das Vorjahr 2024 umfasst HGB-seitig erst ab dem 1. Oktober 2024 das operative Beteiligungs­geschäft – nach Einbringung des Portfolios der ehemaligen Mutter SPARTA AG (Volumen rd. 123,3 Mio €). Vergleiche zu Vor-Vorjahren sind nicht aussagekräftig.

Das Portfolio ist heute zu 54 % in Edelmetallen investiert.

Rund 70 % des Reinvermögens stecken im Rohstoffsektor (Vj. 48 %), davon 77 % in Edelmetallen – im Wesentlichen Gold und Silber. Damit ist SPARTA Invest faktisch ein gehebeltes Spielzeug auf den Goldpreis und auf Junior-Miner-Bewertungen.

Goldpreis 2025: was niemand kommen sah.

Zu Jahresbeginn 2025 lag der Goldpreis bei rund 2.600 USD/Feinunze. Fundamentale Analystenprognosen sahen eine Spanne von 2.400–2.800 USD, charttechnisch waren 3.000 USD denkbar. Zum Jahresende: ~4.300 USD. Triebkräfte: Zentralbankkäufe, Vertrauensverlust in den USD, Staatsverschuldung, Iran-Krieg, geopolitische Fragmentierung.

Gold YTD 2025
+65 %
~4.300 USD / oz
Silber YTD 2025
+150 %
~72 USD / oz
Edelmetall-Anteil
~54 %
des Reinvermögens
Rohstoffpreis-Performance 2025
In %, Vollerhebung Jahresbasis
Sektor-Allokation im Rohstoff-Teil
Anteil am Rohstoffportfolio · 31.12.2025
Portfolio-Verschiebung: Sektoren
Rohstoff-Anteil am Reinvermögen · 2024 vs. 2025
Währungs­verteilung Reinvermögen
31.12.2024 vs. 31.12.2025

Top-Beteiligungen 2025

Fünf Positionen vereinen rund 60 % des Reinvermögens auf sich. Die drei größten Gewinner sind ausnahmslos Rohstoff-Werte – die größte Belastung kommt aus dem Biotech-Bereich.

01
Skeena Resources Limited CA
Kanadischer Gold-/Silber-Produzent in spe · Eskay Creek (BC) · 228k oz Gold + 6,6 Mio oz Silber p.a. ab 1.HJ 2027 · AISC < 1.000 USD · Anfang 2026 fully permitted
Stille Reserven~47 Mio €
Kurs 2025+160 %
02
Tivan Limited AU
Critical Minerals · Speewah-Fluorit-Projekt mit Sumitomo Corp · Wolfram, Molybdän, Vanadium · Anwendungen Halbleiter, Li-Ion-Batterien, Solar
Stille Reserven~10 Mio €
Kurs 2025+175 %
03
4basebio plc GB
Synthetische DNA-Technologie · Umsatzentwicklung enttäuscht · Kapital fliesst in KI statt Biotech · Buchwert weiterhin über historischen AK der Mutter SPARTA
HGB-Abschr. 2025−10,2 Mio €
Kurs 2025−50 %+
04
Latonba AG DE
Beteiligungs­gesellschaft · Spin-off Beta Systems (2023) · Value/Growth/Rohstoffe · zum 30.6.2025 Fehlbetrag rd. 1,5 Mio € · konzernverbunden über Deutsche Balaton
Bilanzwert8,3 Mio €
Abwertung~−180 T€
05
Polymetals Limited AU
Silber-/Zinkproduzent · Endeavour Mine (Cobar Basin, NSW) · 2025 reaktiviert · ab 2026 Upper North Lode mit hohem Silbergehalt · profitiert von Silber-Hausse
Stille Reserven~5 Mio €
StatusProduzent
Stille Reserven · Hinweis

Die Skeena-Position allein steht für rund 65 % der gesamten stillen Reserven von 71,8 Mio €. Eine Realisierung würde HGB-seitig sofort einen massiven Buchgewinn auslösen, gleichzeitig aber das Konzentrations­risiko reduzieren. Zentrale strategische Frage: Halten bis Produktionsbeginn 2027 oder bei Auflösung des Eskay-Creek-Discounts Teilverkäufe?

Wo aus Chance ein strukturelles Klumpen­risiko wird.

Die Reinvermögens-Rendite von 49 % ist die Belohnung für extreme Konzentration auf einen einzigen Sektor und auf wenige Einzelwerte. Die Risiken sind explizit: Vorstand und Aufsichtsrat benennen sie offen im Lagebericht. Bestandsgefährdende Risiken werden nicht gesehen.

Hoch · Marktpreis

Klumpenrisiko Rohstoffsektor

Rund 70 % des NAV im zyklischen Rohstoffsektor, ~54 % in Edelmetallen. Junior Miner ohne laufende Cashflows reagieren extrem auf Edelmetallpreise, Zinserwartungen und Risikoappetit. Ein Goldpreisrückgang von 25 % könnte – mit Hebel – das NAV halbieren.

Hoch · Konzentration

5 Positionen = 60 % des NAV

Skeena allein steht für ~24 % des NAV inkl. stiller Reserven. Eine negative Nachricht – Genehmigungsproblem, Kostenexplosion, Verzögerung – hätte sofort 10 %+ NAV-Wirkung. Selbst der Vorstand räumt Fehleinschätzungs­risiko ein.

Hoch · Währung

~76 % FX-Exposure ohne Hedging

44 % CAD, 25 % AUD, 7 % GBP. „In der Regel verzichtet die SPARTA Invest auf Währungs­absicherungen." Ein 10 %-Euro-Anstieg gegen Rohstoffwährungen würde rund 15 Mio € NAV kosten. Der Anstieg in 2025 (AUD/EUR +4,8 %, GBP/EUR -5,2 %) zeigt die Sensitivität bereits.

Mittel · Steuer

Latente Steuern auf stille Reserven

Auf hohe stille Reserven bei ausländischen WPs droht eine signifikante Steuerbelastung – insbesondere bei australischen Veräußerungs­gewinnen. Vorsorglich ist eine passive latente Steuer­position in das Reinvermögen eingerechnet. Bei Liquidation der Skeena-Position effektiver Steuersatz unklar.

Mittel · Geopolitik

Iran-Krieg, „America First", KI-Bubble

Vorstand sieht 2026 „erhöhtes Gesamtrisiko". Sorgenkinder: Verlust der Fed-Unabhängigkeit, Handelskrieg USA-EU, mögliches Platzen der KI-Investmentblase. Letztere wäre paradoxerweise ein Treiber für Gold und damit für das Portfolio.

Mittel · Operativ

Schlüsselpersonen­abhängigkeit

SPARTA Invest hat einen Vorstand (Wiedmann) und außer ihm keinen einzigen Mitarbeiter. Sämtliche operative Entscheidungen liegen auf einer Person. Ausfall wäre ein materielles Risiko – wird auch im Lagebericht offen eingeräumt.

Mittel · Liquidität

Illiquide Small Caps

Viele Portfoliowerte sind Small/Micro Caps mit geringer Marktliquidität. Der Vorstand selbst weist darauf hin: „die in die Berechnung einbezogenen Börsenwerte [sind] kurzfristig nicht realisierbar." NAV ist konzeptionell, nicht abverkäuflich.

Aktionärs-Sicht · Discount

Kurs-NAV-Abschlag ~45 %

NAV 40,25 €, Kursende 22,20 €. Trotz zweier Rückkauf­angebote (Juli zu 20,53 €, Dez. zu 22,58 €) wurden insgesamt nur 3.497 Aktien angedient (0,07 % Grundkapital). Der Discount persistiert – typisch für illiquide Holding-Strukturen, aber theoretischer Werthebel für Bestandsaktionäre.

Strukturell · Abhängigkeit

Konzernabhängigkeit Deutsche Balaton

Mehrheits­aktionär ist seit 21.3.2025 unmittelbar die Deutsche Balaton AG (Heidelberg) – letztlich Wilhelm K.T. Zours zugerechnet. Konzernumlagen, gemeinsame Anstellung des Vorstands, gemeinsame Räume. Abhängigkeits­bericht uneingeschränkt bestätigt – aber strukturell vorhanden.

Eine Person führt operativ, ein Konzern kontrolliert.

SPARTA Invest hat exakt einen Vorstand und beschäftigt neben ihm keinen einzigen Mitarbeiter. Der Aufsichtsrat wurde 2025 zu zwei Dritteln neu besetzt. Über die Deutsche Balaton AG wird die Gesellschaft letztlich Wilhelm K.T. Zours zugerechnet.

Eigentümer­struktur

Wilhelm K. T. Zours
Geb. 28.07.1961 · DE · Mittelbare Mehrheits­beteiligung
DELPHI Unternehmens­beratung AG
Heidelberg · Mittelbare Mehrheits­beteiligung
VV Beteiligungen AG
Heidelberg · Mittelbare Mehrheits­beteiligung
Deutsche Balaton AG
Heidelberg · seit 21.03.2025 unmittelbar > 50 %
SPARTA Invest AG
Heidelberg · WKN A0DK3N · Freiverkehr Börse Düsseldorf seit 24.03.2025 · 4.822.917 Aktien

Vorstand

Vorstand · Alleinvertretend

Philipp Wiedmann

Heidelberg · Hauptberuflich · Bestellt erneut bis 30.09.2028 · Vergütung 2025: 167 T€ (Vj. 42 T€)

Doppelrolle: ist gleichzeitig bei der Mehrheits­aktionärin Deutsche Balaton AG angestellt. Trägt operativ allein die Verantwortung – die Gesellschaft beschäftigt 2025 außer ihm niemanden.

Weitere Mandate 2025
  • Beta Systems Software AG, Berlin (ehem. SPARTA AG) – Vorstand bis 16.06.2025
  • Strawtec Group AG, Stuttgart – Mitglied des Aufsichtsrats
  • Alpha Cleantec AG i. Abw., Heidelberg – Mitglied des Aufsichtsrats
  • Balaton Agro Invest AG, Heidelberg – Mitglied des Aufsichtsrats (bis 29.04.2025)

Aufsichtsrat 2025 (3 Mitglieder)

Vorsitzender · Neu ab 27.02.2025

Alexander Link

Gewählt durch Hauptversammlung 27.02.2025 im Rahmen turnus­mäßiger Neuwahl. Unterzeichnet den Bericht des Aufsichtsrats am 25.03.2026.
Stellv. Vorsitz · Neu ab 27.02.2025

Hans-Jörg Schmidt

Gewählt durch Hauptversammlung 27.02.2025. Trat zusammen mit Link in den Aufsichtsrat ein.
Mitglied · Durchgehend

Yannick Wendt

Erstmals gewählt 26.03.2021 · wiedergewählt 27.02.2025 · einziges Mitglied mit ununterbrochener Amtszeit in 2025
Ausgeschieden 27.02.2025

Hildegarde Mertens
& Dr. Günter Werkmann

Vorgängerin im Vorsitz (Mertens) und stellv. Vorsitz (Werkmann). Im Rahmen turnus­mäßiger Neuwahl ausgeschieden.

Wirtschaftsprüfer

Abschlussprüfer · Bestätigungs­vermerk uneingeschränkt

Nexia GmbH WPG StBG

Frankfurt am Main / Düsseldorf · Verantwortliche WP: Marcus Jüngling & Annika Fröde · Honorar 2025: 31 T€ · Wahl HV 27.02.2025

Was besonders auffällt.

Prognose 2026

Vorstand erwartet Reinvermögens­anstieg von +5 % bis +20 % – im Basisszenario: stabile bis leicht rückläufige Kapitalmärkte, moderater Goldpreis­anstieg, schwächerer Euro gegenüber CAD/AUD.

Eine HGB-Ergebnis­prognose verweigert das Management bewusst: weil Verkaufs­zeitpunkte für die Realisierung stiller Reserven schlicht nicht prognostizierbar sind. Das ist ehrlich – und gleichzeitig ein Hinweis, dass HGB-Zahlen die Steuerung der Gesellschaft kaum widerspiegeln.

Mein Eindruck

Positiv: Lagebericht ist außergewöhnlich offen. Risiken werden benannt, nicht beschönigt. Antizyklische Investitionen mit „wir-können-uns-irren"-Demut formuliert. Rückkauf­programm zeigt Aktionärs­orientierung trotz Konzern­struktur.

Vorsicht: Eine Goldpreiskorrektur trifft das Portfolio asymmetrisch. Die exzellente 2025er Performance ist ein Goldpreis-Phänomen, kein Beweis für Stock-Picking-Kompetenz im breiten Sinne – auch wenn Skeena und Tivan zweifellos gute Auswahl waren.

Quellen-Hinweis

Alle Zahlen und Aussagen entstammen ausschließlich dem geprüften Geschäftsbericht 2025 (Berichtszeitraum 1.1. – 31.12.2025, unterzeichnet 20.03.2026) und dem Jahresabschluss 2024 der SPARTA Invest AG, Heidelberg. Bestätigungs­vermerk durch Nexia GmbH WPG, Frankfurt am Main. Keine externen Markteinschätzungen, keine Drittprognosen.