Diese Auswertung wurde mit der aktuellen Version von Claude erstellt – bei einem Zeitaufwand von ca. zehn Minuten und KI-Kosten von rund 50 Cent.
Die KI durfte leider noch nicht auf der Hauptversammlung zuhören – Tonbandaufnahmen waren nicht gestattet. Daher hier einige persönliche Stichworte vom Autor.
Ich traf ein professionelles, entspanntes und lockeres Team sowie fünf Mitaktionäre. Der Alleinvorstand – eine Ein-Mann-Gesellschaft – präsentierte überzeugend und gab tiefe Einblicke. Ein Aufsichtsrat kam mit dem Fahrrad, ein anderer hatte seine „Hauptversammlungsschuhe" an – vielleicht seine besten.
Aktuelle Fakten · Stand Mai 2026
Liquidität: Zum Stichtag Mai 2026 hält SPARTA Invest rund 42 Mio. € Cash, überwiegend in Geldmarktfonds angelegt – größtenteils aus dem teilweisen Verkauf der Skeena-Position erlöst.
Skeena Resources: Die Position wurde um rund 10 % reduziert und wird weiter abgebaut – sie hatte zeitweise einen Portfolioanteil von 50 %. Das Unternehmen wird vom Management weiterhin sehr positiv eingeschätzt. Der Tagebau beginnt voraussichtlich in Q2/2027. Gutachten prognostizieren Gestehungskosten von lediglich 538 USD je Unze – ein außergewöhnlich niedriger Wert, der nur durch den erheblichen Beifang an Silber und anderen Metallen erreichbar ist, die als Gutschriften gegengerechnet werden. Erwartet werden 5,5 Gramm Gold pro Tonne Erz.
Wiluna Mining: Diese Position war bereits nahezu vollständig abgeschrieben. Im Jahr 2025 wurde das Unternehmen jedoch durch ein Insolvenzverfahren gerettet; die Wiederaufnahme des Börsenhandels ist für Q3/2026 geplant. SPARTA bewertet die Position aktuell mit 0,31 USD je Aktie, doch unter Investoren werden bereits Preise von bis zu 0,75 USD gehandelt. Erwartet werden 5,8 Gramm Gold pro Tonne – etwas mehr als bei Skeena.
Kurioses am Rande: Für einen Privatanleger mag es überraschend klingen – die Gesellschaft zahlte im Berichtsjahr 41.000 € Depotgebühren.
4basebio als Hoffnungswert: Das Unternehmen verfügt nach Einschätzung des Vorstands über ein richtungsweisendes, patentiertes Verfahren zur Herstellung synthetischer DNA. Der US-amerikanische Biofonds Biofond hat bereits Aktien erworben. Obwohl der Kurs stark zurückgekommen ist, könnte eine Entdeckung durch Big Pharma zu einer Vervielfachung führen. Auch als eigenständige Aktienanlage einen näheren Blick wert.
Das erste volle Geschäftsjahr nach Abspaltung von der ehemaligen Mutter SPARTA endet mit einem Reinvermögensanstieg von 49,4 % – getragen vom Boom bei Gold und Silber sowie zwei Volltreffern im Portfolio. Gleichzeitig: HGB-Verlust, Schlüsselpersonenabhängigkeit und ein Kurs-NAV-Abschlag von rund 45 %.
Während das wirtschaftliche Reinvermögen um 64 Mio € zulegt, weist die Gesellschaft nach HGB einen Jahresfehlbetrag aus. Ursache ist das strenge Niederstwertprinzip: stille Reserven aus Kursanstiegen bleiben unsichtbar, Abschreibungen schlagen voll durch.
Das Vorjahr 2024 umfasst HGB-seitig erst ab dem 1. Oktober 2024 das operative Beteiligungsgeschäft – nach Einbringung des Portfolios der ehemaligen Mutter SPARTA AG (Volumen rd. 123,3 Mio €). Vergleiche zu Vor-Vorjahren sind nicht aussagekräftig.
Rund 70 % des Reinvermögens stecken im Rohstoffsektor (Vj. 48 %), davon 77 % in Edelmetallen – im Wesentlichen Gold und Silber. Damit ist SPARTA Invest faktisch ein gehebeltes Spielzeug auf den Goldpreis und auf Junior-Miner-Bewertungen.
Zu Jahresbeginn 2025 lag der Goldpreis bei rund 2.600 USD/Feinunze. Fundamentale Analystenprognosen sahen eine Spanne von 2.400–2.800 USD, charttechnisch waren 3.000 USD denkbar. Zum Jahresende: ~4.300 USD. Triebkräfte: Zentralbankkäufe, Vertrauensverlust in den USD, Staatsverschuldung, Iran-Krieg, geopolitische Fragmentierung.
Fünf Positionen vereinen rund 60 % des Reinvermögens auf sich. Die drei größten Gewinner sind ausnahmslos Rohstoff-Werte – die größte Belastung kommt aus dem Biotech-Bereich.
Die Skeena-Position allein steht für rund 65 % der gesamten stillen Reserven von 71,8 Mio €. Eine Realisierung würde HGB-seitig sofort einen massiven Buchgewinn auslösen, gleichzeitig aber das Konzentrationsrisiko reduzieren. Zentrale strategische Frage: Halten bis Produktionsbeginn 2027 oder bei Auflösung des Eskay-Creek-Discounts Teilverkäufe?
Die Reinvermögens-Rendite von 49 % ist die Belohnung für extreme Konzentration auf einen einzigen Sektor und auf wenige Einzelwerte. Die Risiken sind explizit: Vorstand und Aufsichtsrat benennen sie offen im Lagebericht. Bestandsgefährdende Risiken werden nicht gesehen.
Rund 70 % des NAV im zyklischen Rohstoffsektor, ~54 % in Edelmetallen. Junior Miner ohne laufende Cashflows reagieren extrem auf Edelmetallpreise, Zinserwartungen und Risikoappetit. Ein Goldpreisrückgang von 25 % könnte – mit Hebel – das NAV halbieren.
Skeena allein steht für ~24 % des NAV inkl. stiller Reserven. Eine negative Nachricht – Genehmigungsproblem, Kostenexplosion, Verzögerung – hätte sofort 10 %+ NAV-Wirkung. Selbst der Vorstand räumt Fehleinschätzungsrisiko ein.
44 % CAD, 25 % AUD, 7 % GBP. „In der Regel verzichtet die SPARTA Invest auf Währungsabsicherungen." Ein 10 %-Euro-Anstieg gegen Rohstoffwährungen würde rund 15 Mio € NAV kosten. Der Anstieg in 2025 (AUD/EUR +4,8 %, GBP/EUR -5,2 %) zeigt die Sensitivität bereits.
Auf hohe stille Reserven bei ausländischen WPs droht eine signifikante Steuerbelastung – insbesondere bei australischen Veräußerungsgewinnen. Vorsorglich ist eine passive latente Steuerposition in das Reinvermögen eingerechnet. Bei Liquidation der Skeena-Position effektiver Steuersatz unklar.
Vorstand sieht 2026 „erhöhtes Gesamtrisiko". Sorgenkinder: Verlust der Fed-Unabhängigkeit, Handelskrieg USA-EU, mögliches Platzen der KI-Investmentblase. Letztere wäre paradoxerweise ein Treiber für Gold und damit für das Portfolio.
SPARTA Invest hat einen Vorstand (Wiedmann) und außer ihm keinen einzigen Mitarbeiter. Sämtliche operative Entscheidungen liegen auf einer Person. Ausfall wäre ein materielles Risiko – wird auch im Lagebericht offen eingeräumt.
Viele Portfoliowerte sind Small/Micro Caps mit geringer Marktliquidität. Der Vorstand selbst weist darauf hin: „die in die Berechnung einbezogenen Börsenwerte [sind] kurzfristig nicht realisierbar." NAV ist konzeptionell, nicht abverkäuflich.
NAV 40,25 €, Kursende 22,20 €. Trotz zweier Rückkaufangebote (Juli zu 20,53 €, Dez. zu 22,58 €) wurden insgesamt nur 3.497 Aktien angedient (0,07 % Grundkapital). Der Discount persistiert – typisch für illiquide Holding-Strukturen, aber theoretischer Werthebel für Bestandsaktionäre.
Mehrheitsaktionär ist seit 21.3.2025 unmittelbar die Deutsche Balaton AG (Heidelberg) – letztlich Wilhelm K.T. Zours zugerechnet. Konzernumlagen, gemeinsame Anstellung des Vorstands, gemeinsame Räume. Abhängigkeitsbericht uneingeschränkt bestätigt – aber strukturell vorhanden.
SPARTA Invest hat exakt einen Vorstand und beschäftigt neben ihm keinen einzigen Mitarbeiter. Der Aufsichtsrat wurde 2025 zu zwei Dritteln neu besetzt. Über die Deutsche Balaton AG wird die Gesellschaft letztlich Wilhelm K.T. Zours zugerechnet.
Doppelrolle: ist gleichzeitig bei der Mehrheitsaktionärin Deutsche Balaton AG angestellt. Trägt operativ allein die Verantwortung – die Gesellschaft beschäftigt 2025 außer ihm niemanden.
Vorstand erwartet Reinvermögensanstieg von +5 % bis +20 % – im Basisszenario: stabile bis leicht rückläufige Kapitalmärkte, moderater Goldpreisanstieg, schwächerer Euro gegenüber CAD/AUD.
Eine HGB-Ergebnisprognose verweigert das Management bewusst: weil Verkaufszeitpunkte für die Realisierung stiller Reserven schlicht nicht prognostizierbar sind. Das ist ehrlich – und gleichzeitig ein Hinweis, dass HGB-Zahlen die Steuerung der Gesellschaft kaum widerspiegeln.
Positiv: Lagebericht ist außergewöhnlich offen. Risiken werden benannt, nicht beschönigt. Antizyklische Investitionen mit „wir-können-uns-irren"-Demut formuliert. Rückkaufprogramm zeigt Aktionärsorientierung trotz Konzernstruktur.
Vorsicht: Eine Goldpreiskorrektur trifft das Portfolio asymmetrisch. Die exzellente 2025er Performance ist ein Goldpreis-Phänomen, kein Beweis für Stock-Picking-Kompetenz im breiten Sinne – auch wenn Skeena und Tivan zweifellos gute Auswahl waren.
Alle Zahlen und Aussagen entstammen ausschließlich dem geprüften Geschäftsbericht 2025 (Berichtszeitraum 1.1. – 31.12.2025, unterzeichnet 20.03.2026) und dem Jahresabschluss 2024 der SPARTA Invest AG, Heidelberg. Bestätigungsvermerk durch Nexia GmbH WPG, Frankfurt am Main. Keine externen Markteinschätzungen, keine Drittprognosen.